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A TRIP TO IBOLAND

Essen

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Ein traditionelles Essen der Ibos besteht aus einem großen teigartigen Klops und einer Beilage, welche als Soup (Suppe) bezeichnet wird. Vom Begriff Suppe sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen, denn mit einer Suppe wie man sie in Deutschland gewöhnt ist, hat sie nicht viel gemein. Die Soup enthält verschiedene Gewürze und Gemüse, aber vor allem Pepper (Ibowort für Pepperoni) und verschiedene Fleischsorten, Fisch oder Schnecken. Je nach Zutaten ist die Soup orange oder grün oder andersfarbig und schmeckt auch verschieden. Zum Essen wird aus dem Teigklops ein Stück herausgerupft und zu einer Kugel geformt. Diese Kugel wird dann in die Soup eingetunkt und anschließend in den Mund gesteckt. Das klingt soweit nicht besonders kompliziert, erfordert aber einiges an Übung. Vor allem sollte man sich nicht genieren seine Finger regelmäßig abzulecken, denn sonst klebt die Soup irgendwann überall... Ich habe es irgendwann aufgegeben mit den Fingern zu essen und bin zu der mir gewohnten Gabel zurückgekehrt.

Ein weiteres Essen ist die traditionelle Peppersoup. Wie der Name schon sagt, enthält sie viel Pepperoni. Sie besteht aus dem Sud ausgekochter Tierorgane und eben diesen Organen. Der Sud schmeckt sehr gut, die Fleischteile habe ich nicht probiert.

Ist man zu Gast in einer Wohnung und bekommt eine Kolanuss angeboten, so ist das ein Zeichen der Freundschaft und die Nuss sollte nicht abgelehnt werden. Sie ist den Ibos fast heilig. Bevor sie gebrochen und verteilt wird, segnet sie der Gastgeber durch eine kurze Predigt in Igbo, da die Nuss nur Igbo versteht. Anschließend geht sie reihum und jeder nimmt sich ein kleines Stück. Man kann sie essen, sie schmeckt jedoch sehr bitter. Die Ibos sagen gern, dass die Nuss in jedem Teil Nigerias eine besondere Bedeutung hat: die Yorubas bauen sie an, die Hausas essen sie und die Ibos zelebrieren sie.

Lecker sind Früchte wie Ananas, Bananen und Pawpaw. Möglicherweise ist der Pawpaw-Baum der am schnellsten wachsende früchtetragende Baum der Erde. Steckt man einen Samen in den Boden, so dauert es nicht mal 12 Monate bis der bis dahin mehrere Meter hohe Baum die ersten Früchte trägt. Die Pawpaw ist etwa so groß wie ein Honigmelone, hat jedoch hellrotes Fruchtfleisch. Einen charakteristischen Geschmack wie andere Früchte hat die Pawpaw nicht, sie ist einfach nur süß. In Deutschland ist diese Frucht auch unter dem Namen Papaya käuflich.

Mein Ibo-Lieblingsessen ist allerdings Yam. Yam ist eine große Rübe, die unter der Erde wächst. Sie wird wie Kartoffel zubereitet und schmeckt auch so ähnlich.

Überrascht hat mich die Tatsache, dass Malzbier in Nigeria ein sehr beliebtes, wenngleich relativ teures, Getränk ist. Es gibt es von verschiedenen Firmen, schmeckt sehr gut und ist gesund. Bei vielen sehr beliebt ist auch "Guinness Extra Stout", das ebenso wie die Kolanuss extrem bitter und bestenfalls in einem sehr kalten Zustand genießbar ist. Wesentlich schmackhafter sind dafür die lokalen Lagerbiersorten wie "Star" und "Gulder" oder "Harp" von Guiness, welche in einer 0,6l-Flasche angeboten werden und einem deutschen Bier geschmacklich in nichts nachstehen. Möchte man Eindruck machen, so öffnet man seine Bierflasche ohne einen Öffner zu benutzen, z. B. mit einer Wasserflasche, die man sowieso immer dabei haben sollte, damit man keinen Durst bekommt. Auch abgekochtes Wasser sollte man im übrigen mit Vorsicht genießen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man nur Wasser aus industrieller Flaschenfüllung trinkt. Und Majonäse immer meiden!


Pawpawbaum

Kolanuss

Marktstand

Früchte

Schnecken

Schnecken

Schnecken

Marktstand

Fingerfood

Soup

Yam und Ananas