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A TRIP TO IBOLAND

Leute

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Die Ibos sind ein sehr fröhliches Volk. Wenn man als weißer Mensch durch ihr Land fährt, kommt es nicht selten vor, dass Kinder überrascht "Onyocha!" (Weißer Mensch) rufen, einem zuwinken und freudig hinterherlaufen. Wenn man dann auch noch ein Mann mit langen Haaren ist, so wie mein Bruder, dann ist man erst recht eine Attraktion. Sie lachen gern und viel. Sie haben gelernt mit bescheidenen Mitteln glücklich zu werden - die viele Sonne trägt ihr übriges dazu bei.

Möchte man einen Freund oder Verwandten besuchen, geht man einfach zu ihm nach hause und wird hereingebeten - man muss sich nicht vorher anmelden. Sollte eventuell niemand zu hause sein, dann geht man zum Nachbarn oder jemand anderen, den man kennt und in der Nähe wohnt. Man muss sich ja eh nicht anmelden. So kommt es nicht selten vor, dass man unerwartet Besuch bekommt. Und dann kommt vielleicht noch jemand ins Haus und ruft noch jemanden anderen an um vorbeizukommen und eh man sich versieht, hat man ein volles Heim. Es ist auch undenkbar, dass man seine Nachbarn nicht kennt. Alles ist eine große Gemeinschaft, die den kleinsten gemeinsamen Nenner sucht. Trifft ein Ibo in einer fremden Stadt einen anderen Ibo, der aus seiner Heimatstadt kommt, dann ist er automatisch ein Freund. Trifft er einen Ibo außerhalb vom Iboland, dann ist er ebenfalls ein Freund. Trifft er einen Nigerianer im Ausland, dann ist er nicht weniger ein Freund.

Die Ibos leben sehr traditionsbewusst. Weihnachten wird ohne Weihnachtsbaum und ohne Weihnachtsmann gefeiert. In einigen Geschäften für die Reichen und Ausländer kann man zwar Weihnachtsbäume sehen, aber der normale Bürger findet daran nichts. Weihnachten ist für die Ibos die Zeit, in der man in sein Dorf fährt, um seine Familie und seine Freunde zu treffen, die man mitunter lange Zeit nicht gesehen hat. In Mbaise dauert die Weihnachtszeit deshalb vom 25. Dezember bis zum 2. Januar. Jeden Tag ist ein anderes Dorf in Mbaise Gastgeber und die Menschen strömen von den Nachbardörfern, um ihre Freunde und Verwandten im Gastgeberdorf zu besuchen. Es gibt traditionelle Maskenparaden und es wird getrunken, gegessen und gelacht.

An den vielen Kirchen kann man erkennen, dass die christlichen Missionare sehr erfolgreich bei den Ibos waren: fast jeder Ibo ist ein Christ und meistens katholisch. Leider hatte ich das Gefühl, dass der starke Katholizismus die humanistische Aufklärung etwas unterdrückt. Keine Religion zu haben, ist vielen Menschen fremd, selbst den Gebildeten. Mitunter wird man fassungslos oder mitleidig angeschaut, wenn man erklärt, dass man nicht an Gott glaubt.

Aufgrund des starken Familienbundes werden verstorbene Verwandte auch nicht auf zentralen Friedhöfen begraben, sondern werden auf dem Familiengrundstück beigesetzt. Würde man sie woanders bestatten, käme das dem Ausstoß aus der Familie gleich.

Auffallend ist die starke Hierarchie in ihrem Gesellschaftssystem. Die Hierarchie wird zu einem durch das Alter und zum anderen durch den Wohlstand gebildet. Der früher Geborene hat Vorrechte gegenüber dem später Geborenen in einer Familie. Der Reichere hat Vorrecht gegenüber dem Ärmeren. Erweckt man den Eindruck wohlhabend zu sein (und Reichtum wird von einem Weißen per se erwartet), kommt es schon mal vor, dass ein Verkäufer von seinem derzeitigen Kunden ablässt, um den vermeintlich Wohlhabenderen sofort zu bedienen.


Maskerade

Familie

Familie

Familie

100 Jahre

Hochzeit

Mutter

Hochzeit

Maske

Sonntag

Geschwister

Collins

Oguta-See